Sabrina

Mittwoch, 24.01.1962 20:30  ! Köhlersaal
20:30
Sabrina

Programmheft WS 1961/1962:

Mit diesem Film wandte sich der ehemalige Berliner Reporter, der als Drehbuchautor von „Menschen am Sonntag" (1929) zum erstenmal mit dem Film in Berührung kam, nach so düsteren, „harten" Stoffen wie „Verlorenes Wochenende" (1945), „Boulevard der Dämmerung" (1950) und „Reporter des Satans” (1951) dem heiteren „Erfolgsfilm" zu, dem er mehr oder weniger bis heute treu geblieben ist — und der Erfolg ihm.

„Sabrina ist ein außerordentlich Iiebenswertes Mädchen, Täter eines biederen Chauffeurs zweier Millionärssöhne, Linus Larreby (Bogart), der Ältere, ist häßlich, geschäftstüchtig und klug. David (Holden) sieht aus wie ein gutgewachsener Modellathlet und benimmt sich leichtsinnig, und ein bißchen blöde. Sabrina liebt David — und muß traurig zusehen, wie ihr fescher Galan seine Kollektion erlesener Gefährtinnen fast wöchentlich vervollständigt und sie dabei übersieht. Da geht sie nach Paris, bleib dort ein Jahr, und als sie zurückkehrt, ist aus dem Aschenbrödel eine Prinzessin geworden‚ deren Charme selbst der Schürzenjäger David nicht widerstehen kann.

...ein wenig fade hört sich das an, aber es hat eine hübsche Pointe: Zu guter Letzt bleibt Sabrina nämlich bei dem häßlichen Linus, sie hat den beständigen, anständigen Mann dem erotischen Poltergeist vorgezogen. Dieser Überraschende Gefühlsumschwung bedingt die schönste und witzigsten Szenen des Films. Aber was hätte Billy Wilder nur gemacht, wenn er als Hauptdarstellerin nicht Audrey Hepburn gehabt hätte? Ohne sie wäre der Film ein nettes Nichts . . . ein graziles, wunderbar zartes Mädchen, dessen gerade noch akzeptable Magerkeit durch einen Charme ausgewogen wird, wie ihn eine ganze Schwadron berühmter Divas nicht aufbringen kann.

„Sabrina” ist ein Film der Audrey Hepburn. Das war bei „Ein Herz und eine Krone" schon so, wird hier freilich noch augenfälliger‚ weil man die Charakteristica eines neuen Typs bereits überbetont und bewußt in den Vordergrund rückt. Gerade dies aber sollte man nicht tun. Audrey Hepburn als ewige Elfe würde uns auf die Dauer genau so wenig behagen wie jedes Klischee."

(Westd. Allg. Zeitung)

Info

Vereinigte Staaten 1954, 113 min
R Billy Wilder
B Billy Wilder, Ernest Lehman
K Charles Lang
M Friedrich Hollaender
D Humphrey Bogart, Audrey Hepburn, William Holden, Walter Hampden, John Williams, Joan Vohs, Martha Hyer, Marcel Dalio, Marcel Hillaire, Francis X. Bushman, Ellen Corby, Nella Walker, Marjorie Bennett, Emory Parnell, Nancy Kulp, Paul Harvey, Kay Riehl