Elling

Elling

Buch und Theaterstück waren ein Erfolg, da verwundert es nicht, dass der Film für Beifallsstürme auf etlichen Festivals sorgte und Publikumspreise einheimste, gar eine Oscarnominierung. Es verwundert nicht, weil uns da eine Filmperle vorliegt: Die Geschichte von Elling und Kjell Bjarne, die sich als Zimmergenossen in einer psychiatrischen Anstalt angefreundet haben und nun als 2er WG in den Alltag und die Welt der sogenannten Normalen entlassen werden, ist hintersinnig, humorvoll und einfühlsam in Szene gesetzt. Dabei geht es nicht um das Thema der Integration an sich, sondern vielmehr um Schwierigkeiten, die wir mehr oder weniger alle kennen: die Angst vor dem Unbekannten, dem Risiko und den eigenen Gefühlen. So ertappt man sich dabei, auch über sich selbst zu schmunzeln, wenn man sich über die Protagonisten amüsiert oder auch ein bisschen den Kopf ein- und sich zurückzieht. Dabei ist das Ganze überhaupt nicht kitschig oder rührselig, man braucht keine Taschentücher, verlässt heiteren Schrittes das Kino.

Ihr solltet nicht verpassen, wie die beiden Expeditionen zum Supermarkt unternehmen, einen Restaurantbesuch zum Grossereignis stilisieren, die Telefonsex-Industrie sanieren und Elling zum Bratkartoffel-Poeten avanciert.

"ELLING hat viel Gefühl, subtilen Witz, ausgefeilte Dialoge, differenzierte Charaktere und bei aller Leichtigkeit eine Tiefe, in die sich zumeist nur fleissig nachdenkende Romanautoren vorwagen." (epd Film)

KE
Info
Norwegen 2001, 90 min
R Petter Naess
B Axel Hellstenius nach dem Roman
K Svein Krøvel
M Lars Lillo Stenberg
D Per Christian Ellefsen (Elling), Sven Nordin (Kjell Bjarne), Per Christensen (Alfons Jørgensen), Jørgen Langhelle (Frank Åsli), Marit Pia Jacobsen (Reidun Nordsletten)
Vorstellungen