American History X

American History X

Derek ist Skinhead ­ obendrein auch noch intelligent und charismatisch, was den Zuschauer immer wieder dazu verführt, sich auf moralische Abwege zu begeben. Als drei Farbige sein Auto stehlen wollen, richtet er diese kaltblütig und genußvoll hin. Nur weil sein jüngerer Bruder Danny (bestens bekannt aus "T2"!) die Aussage verweigert, kommt Derek mit einer glimpflichen Gefängnisstrafe davon. In Rückblenden erfährt man von seinen zum Teil schmerzhaften Erfahrungen, die zu seiner Umkehr führten: radikal schwört er der Nazi-Ideologie ab und setzt ­ wieder in der Freiheit ­ alles daran, seinen Bruder umzupolen, wobei er den ganzen rechten Mob gegen sich aufbringt.

Es ist bezeichnend, daß Regisseur Tony Kaye sich so vehement von seinem eigenem Werk distanziert, wurde es im Schnitt doch so verändert, daß der Film, auch wenn man seine Intention immer wieder spürt, für rechte Ideologien mißbraucht werden kann. Dennoch ist "American History X" ein funktionierender Film, der durch seine atmosphärische und visuelle Sprengkraft mitreißt. Kein Wunder: Kaye ist hauptberuflich Kameramann ­ obendrein auch noch erfahren und mit Auszeichnungen hochdekoriert.

SZ

CZ
Info
USA 1998, 119 min
R Tony Kaye
B David Mc Kenna
K Tony Kaye
M Anne Dudley
D Edward Norton (Derek Vinyard), Edward Furlong (Danny Vinyard), Beverly D'Angelo (Mutter), Jennifer Lien (Schwester), Ethan Suplee (Seth), Faizura Balk (Stacey)