Beresina oder die letzten Tage der Schweiz

Beresina oder die letzten Tage der Schweiz

Das russische Luxus-Callgirl Irina hat nur einen frommen Wunsch: die schweizer Staatsbürgerschaft. Dafür wirft sie sich sogar ins Dirndl, lernt Schwytzerdütsch und erhofft sich, voll rührender Naivität, Hilfe von ihren Kunden aus den allerhöchsten Kreisen, die nach aussen hin das makellos solide Image der urdemokratischen Schweiz repräsentieren und bei Irina ihren dekadenten Obsessionen frönen. Im Zuge ihrer verzweifelten Bemühungen deckt sie nicht nur unabsichtlich die mafiösen Verhälnisse in der Hochfinanz auf, sondern lernt auch das im wahrsten Sinne des Wortes grösste Geheimniss der Schweiz kennen und als wörtlich zu nehmende Krönung(*2) löst sie ahnungslos den Staatsstreich eines nationalistischen Geheimbundes aus.

Mit einer diebischen Freude und schwärzestem Humor werden in dieser *1 bitterbösen Parodie, die von ihren Einwohnern so stolz kultivierten Marotten und die selbst von Ausländern liebgewonnen Klischees über die Schweiz gnadenlos demontiert, (*3) ohne nur eine politisch harmlose Clownerie zu hinterlassen. Und wenn sich Irina mit Feuereifer dem volkstümlichen alpenländischen Liedgut widmet, treten gleichermassen aufschlussreiche wie amüsante Verfremdungseffekte ein, gegen die selbst die ungestümsten Ausbrüche eines Hubert von Goisern wie blanker Konformismus wirken.

*1
" ...köstliche Komödie, eine perfekte Synthese aus Anspruch und Unterhaltung." (epd Film)

*2
" Aus der Satire wird eine Groteske, die zu komischer Höchstform aufläuft,..." (Cinema)

*3
"Die Wirklichkeit übertrifft das Erfundene ohnehin." (Daniel Schmid)

MS
Info
Schweiz / Deutschland / Österreich 1999, 108 min
R Daniel Schmid
B Martin Suter
K Renato Berta
M Carl Hanggi
D Elena Panova (Irina), Geraldine Chaplin (Charlotte De), Martin Benrath (Sturzenegger), Ulrich Noethen (Alfred Waldvogel), Ivan Darvas (Direktor Vetterli), Marina Confalone (Benedetta), Stefan Kurt (Claude Bürki)