Idioterne

Idioten

Der radikalste Dogma-Film ist Lars von Triers "Idioten": In Irland wegen "verderbender und demoralisierender Tendenzen" verboten, in den USA stellenweise mit schwarzen Balken versehen. Eine Gruppe gelangweilter junger Leute findet sich in einem feudalen Landhaus zusammen, um Geistig Behinderte zu spielen. "Herumspasten" nennen sie das und provozieren die Öffentlichkeit mit ihren Auftritten als lallende und sabbernde Idioten. Doch auch in der Gruppe kommt man sich "auf der Suche nach dem inneren Idioten" emotional und körperlich sehr nahe. Lars von Trier tritt seit je her als provozierender Egomane auf, doch mit "Idioten" hat er keine Schocknummern-Revue im Sinn. Viel mehr zeigt er den verzweifelten Versuch, durch heilsame Grenzüberschreitungen gesellschaftliche Normen zu überwinden, die das Individuum verkrüppeln. Dass die Ergebnisse der Idioten zwiespältig ausfallen, zeugt von der Ehrlichkeit und Eindringlichkeit dieses Films. "Idioten" verlangt dem Zuschauer einiges ab - doch er macht auch das Angebot, eine andere Erfahrungswelt kennenzulernen. Ein Muss!

FV

CZ
Info
Idioterne Dänemark 1998, 117 min
B Lars von Trier
K Lars von Trier
D Bodil Jørgensen (Karen), Jens Albinus (Stoffer), Louise Hassing (Susanne), Troels Lyby (Henrik), Nikolaj Lie Kaas (Jeppe)
Vorstellungen