Drei Chinesen mit dem Kontrabass

Drei Chinesen mit dem Kontrabass

Ja ja, Drogenmissbrauch ist schon eine schlimme Sache. Sei die Party noch so abgefahren, wer abends ein Paar Speedballs zu viel einschmeisst, braucht sich am nächsten Morgen nicht zu wundern, dass er nicht weiss, ob er nun seine Freundin umgebracht hat oder nicht. So oder so, liegt auf jeden Fall noch eine Leiche im Wohnzimmer und mit der will niemand gern gesehen werden, auch Paul nicht, der als angehender Architekt nicht vor seinem ersten Auftrag schon eine Leiche im Keller haben will, wenn er sie denn überhaupt da hin bekäme. Aber wie wird man sie sonst los am hellichten Tag mitten in Berlin, ohne die allgegenwärtigen Blicke manch argwöhnischer Nachbarn und anderer im Treppenhaus umherschleichender Gestalten auf sich zu ziehen? Da ist guter Rat teuer und ein guter Freund erst recht. Wenn der aber ein Mediziner ist, der um keine Schnapsidee verlegen scheint, kann einen das eher teuer zu stehen kommen und das ganze Unterfangen den Bach bzw. den Toilettenabfluss runter gehen. Es sei denn der befreundete Chirurg hat nicht nur kräftige Hände sondern auch die Ruhe weg, denn der Regisseur gewinnt der vermeintlich abgenutzten „wohin mit der Leiche“ –Situation immer wieder Überraschungen ab, die Pauls flatternde Nerven und des Zuschauers bebende Lachmuskeln gleichermaßen strapazieren. Bis der sorgfältig inszenierte Film zu seinem erfrischenden Schluss kommt, hat das hochklassige Ensemble also noch reichlich Gelegenheiten für herrlich makabre Kabinettstückchen und urkomischen Einlagen.

„Eine richtig schöne schwarze Komödie“ (cinema)

„ ...verfügt der Debutfilm über eine Reihe von Qualitäten, die manchem Routinier gut anstehen würden.“ (filmdienst)

„ ...eine angenehme Abweichung von der Komödien-Regel.“ (epd Film)

MS
Info
Deutschland 1999, 88 min
R Klaus Krämer
B Klaus Krämer
K Ralph Netzer
M Torsten Sense
D Boris Aljinovic (Paul), Jürgen Tarrach (Max), Claudia Michelsen (Rike), Ilja Richter (Heribert), Edgar Selge (Rüdiger), Carola Regnier (Cordula)