V tumane

Im Nebel

1942 hält deutsches Militär die westliche Grenze der UdSSR besetzt. Nach einem Sabotageakt lässt die Wehrmacht einige Partisanen hängen, nur Sushenya wird wieder freigelassen – die härtere Strafe: Schnell verbreitet sich das Gerücht, dass ihn nur Verrat gerettet haben kann. Obwohl er unschuldig ist, wollen ihn seine Mitkämpfer erschießen, da kommt es zu einem Gefecht mit den Deutschen. In hypnotisierenden Bildern meditiert Loznitsa über zeitlose moralische Fragen nach Schuld und Unschuld, Verrat und Loyalität. Die konzentrierte und audiovisuell herausragende Inszenierung weist den Regisseur erneut als einen Ausnahmekünstler in der aktuellen Kinematografie aus. Preis der Internationalen Filmkritik Cannes 2012.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unenntrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

[Hermann Hesse]

AH
Info
V tumane Russland, Niederlande, Deutschland, Belarus, Litauen 2012, 127 min
R Sergei Loznitsa
B Sergei Loznitsa, Vasili Bykov
K Oleg Mutu
D Vladimir Svirskiy, Vladislav Abashin, Sergei Kolesov