I Confess

Ich beichte

Programmheft WS 1959/1960:

„Ein fesselndes psychologisches Drama . . .”, urteilt der katholische Filmdienst, und der Evangelische Filmbeobachter fragt: „Das Beichtgeheimnis als Thema eines Films? Oder nur als Thriller-Effekt?”
Ein junger Priester gerät in Mordverdacht, weil er das Beichtgeheimnis wahren muß, das den wirklichen Mörder schützt. Alle Indizien scheinen gegen ihn zu sprechen, doch persönliche Demütigung, öffentliche Anklage, Verfemung durch einen Freispruch mangels Beweise und selbst die Gefahr, von der aufgebrachten Menge gelyncht zu werden, können ihm nicht den Namen des wahren Mörders entreißen.

Ein Publikum, das, „selbst wenn er Aschenbrödel drehen würde, auf Leichen warten würde”, wird von dem „Meister der Gänsehaut” nicht erwarten, daß er daraus einen religiösen Film macht. Und wenn der letzte Schuß gefallen ist, findet es wieder einmal bestätigt: „Hitchcocks Leichen sind die besten.”
„Die Darstellung verdient hohes Lob, vor allem die sehr dezente und überzeugende Gestaltung des mit gutem Dialog begünstigten Priesters” (Montgomery Clitt), lobt der Ev. Filmbeobachter. „Ausgezeichnet auch O. E. Hasse (als Mörder) und rührend Dolly Haag.” Ein Wiedersehen mit zwei hervorragenden deutschen Darstellern in Rollen, wie sie der deutsche Film ihnen offensichtlich nicht zu bieten vermag. „Die Kamera mit sehr bewußten Aufwärtseinstellungen und vielen Großaufnahmen bei beachtlicher Lichtführung ist bemerkenswert." (EFB)

Vorfilm: Un jardin public (Pantomimen des Marcel Marceau)

Info
I Confess Vereinigte Staaten 1953, 95 min
R Alfred Hitchcock
B George Tabori, William Archibald
M Dimitri Tiomkin
D Montgomery Clift, Anne Baxter, Karl Malden, Brian Aherne, O.E. Hasse, Roger Dann, Dolly Haas, Charles Andre