12 Angry Men

Die zwölf Geschworenen

Programmheft WS 1960/1961:

„Es ist doch alles so klar." Da ist ein Junge des Mordes angeklagt und durch eine, scheinbar lückenlose Indizienkette der Tat überführt. Die zwölf Geschworenen werden über die Frage „schuldig” oder „nicht schuldig” wohl kaum in Streit geraten. Aber, „da ist immer einer, der nicht mitmachen will”. Diesem einen genügen die Beweise nicht, und in einem zermürbenden Kampf gegen Vorurteile, Gleichgültigkeit und Intoleranz, gelingt es ihm, nacheinander die Argumente der Anklage zu erschüttern, dann zu widerlegen und schließlich sämtliche Geschworenen zum „nicht schuldig” zu bringen.

„Die Voraussetzungen des Stoffes sind gänzlich ,unfilmischer’ Natur; das Geschehen spielt sich, aristotelischen Normen treu, ausschließlich zwischen den vier Wänden eines Beratungszimmers ab. Regisseur Lumet, ein Mann des Fernsehens, der hier seinen ersten Film drehte, hatte die glückliche Konzeption, aus der Begrenzung der Möglichkeiten ein künstlerisches Prinzip zu machen, auf jegliche ,Tricks’ zu verzichten, den Film nur aus den Gesten und den Bewegungen der Darsteller im Raum zu entwickeln. Vielleicht das größte Verdienst aber kommt dem Kameramann Boris Kaufman zu (dem schon die Filme Elia Kazans ihre optische Faszinationskraft verdankten). Kaufman gelang es, immer neue Einstellungen und Bewegungen der Kamera zu ersinnen, die aber — und das ist das Zeichen der Meisterschaft — niemals als losgelöste ,Virtuosität' in Erscheinung treten. Hier steht jede Großaufnahme, jedes travelling in intimer Wechselwirkung zum dramatischen Geschehen: ein seltenes Aufgehen der Form im Inhalt, Identischwerden der Sprache mit ihrem Objekt.” (Filmkritik)

Info
12 Angry Men Vereinigte Staaten 1957, 96 min
R Sidney Lumet
B Reginald Rose
K Boris Kaufman
M Kenyon Hopkins
D Henry Fonda, Lee J. Cobb, Ed Begley, E. G. Marshall, Jack Warden, Martin Balsam, John Fiedler, Jack Klugman, Edward Binns, Joseph Sweeney, George Voskovec, Robert Webber