Iszony

Das Grauen

Programmheft WS 1966/1967:

Ein junges Mädchen auf dem Land muß mehr aus Zwang denn aus Zuneigung einen ungeliebten Mann heiraten. Im Laufe der Ehe empfindet sie immer mehr Abscheu vor ihm und den anderen Männern. Diese Abscheu treibt sie schließlich so weit, daß sie ihren Mann unbeabsichtigt erwürgt. Sie will über sich und ihren Körper selber verfügen und nicht „zehn wulstigen Fingern ausgeliefert sein, die mich dort anfassen, wo es ihnen gerade paßt“. Hintsch kopiert nicht etwa Polanskis Film „Ekel”, aber er findet nicht zu einer psychologischen Dichte, die seine Protagonistin restlos glaubhaft erscheinen ließe. Andererseits erscheint sie auch nicht als pathologisch, denn da gibt es im Film noch einen Mann, zu dem sie sich anfangs hingezogen fühlt, und den sie — so möchte man schon glauben — lieben könnte. Sie ist eben, so die Schlußfolgerung, an den Falschen geraten.
Hintsch hat, um die Qual der Ehe zu verdeutlichen, einen überzeugenden Einfall gefunden; er stellt den Mann als einen sympathischen, seine Frau sehr liebenden Mann dar. So wird zwar die Folgerung nahegelegt, daß die Frau nur Objekt in einer von Männern beherrschten Welt sei, aber die Erkenntnis nicht rigoros genug eingearbeitet. Sie ist letztlich nur den Assoziationen des Zuschauers überlassen.

Nach Film 5/66

Info
Iszony Ungarn 1965, 102 min
R György Hintsch