Dogville

Dogville

In einem Bergdorf der Rocky Mountains im Jahr 1930 sucht eine geheimnisvolle Frau Zuflucht vor ihren Verfolgern. Die Gemeinde nimmt sie zuerst widerwillig auf, doch schon bald gewinnt sie die Dorfbewohner für sich durch ihre unendliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Doch das Idyll zerbricht. Bald wollen die braven Menschen mehr als nur Graces Arbeitskraft, schließlich gehen sie doch ein hohes Risiko ein, einer Flüchtigen Unterschlupf zu gewähren. Und so mehren sich die Übergriffe auf die junge Frau, die schnell und schmerzhaft lernt, das Nächstenliebe und Güte relative Begriffe sind.
Lars von Trier mischt Elemente des ur-amerikanischen Gangsterfilms mit dem europäischen Theater von Brecht, Dürrenmatt und Beckett, um seine eigenen Untersuchungen über die Bestie Mensch anzustellen. In den ersten Minuten wirkt der Film fremd und anstrengend; eine gewisse Aufgeschlossenheit des Publikums ist erforderlich, die ungewöhnlich minimalistische Kulisse des Schauspiels anzunehmen. Doch es wird keine Stunde vergehen und die Illusion ist mit einem Mal perfekt, wenn Kidman als Grace vor einem nicht vorhandenen Schaufenster für die nicht vorhandenen Ausstellungsstücke schwärmt.

AZ
Info
Dänemark/Schweden/GB/F/D/NL 2003, 178 min
R Lars von Trier
B Lars von Trier
K Anthony Dodd Mantle
M Antonio Vivaldi, David Bowie
D Nicole Kidman, Harriet Andersson, Lauren Bacall, Jean-Marc Barr, James Caan, Philip Baker Hall, Udo Kier, Chloé Sevigny, Stellan Skarsgard