The Constant Gardener

Der ewige Gärtner

Justin Quayle ist ein Gentleman wie aus dem Lehrbuch: kultiviert, gefasst, very british. Seine Frau Tessa aber ist so gar nicht das, was man sich unter unter einer Diplomatengattin vorstellen könnte. Unangepasst, eigensinnig und heftig politisch aktiv, ohne dabei ein Blatt vor den Mund oder Rücksicht auf die Aufgaben ihres Mannes zu nehmen.

„Le Carrés großes Verdienst als Thriller-Autor besteht darin, das Handwerk der Spionage in eine existentielle Erfahrung der Desillusionierung übertragen zu haben.“ (Gerhard Midding)

Wie sich die beiden dennoch kennen und lieben lernten, wäre allein schon ein gelungene, schöne Geschichte gewesen, aber sie lebten eben nicht glücklich bis ans Ende ihrer Tage in London, sondern zogen irgendwann nach Kenia. Und egal wohin man nach Afrika versetzt wird, macht man bald Beobachtungen, die einem nur wenig Wahl lassen.

„Heutzutage muß man wie ein Held denken, um wie ein halbwegs anständiger Mensch zu handeln.“ (John Le Carré)

Tessa engagiert sich entsetzt in den Slums von Nairobi, während Quentin den Rückzug in den Botschaftsgarten antritt und statt Menschen lieber Blumen pflegt. Zu beobachten wie sich dieser Unterschied an Erfahrungswelten und Wahrnehmungskontexten auf ihre Liebe auswirkt, macht den Film noch interessanter .

„Ich rege mich nicht leicht auf. Große Gefühle lösen keine Probleme.“ (Ralph Fiennes)

Als dann die Nachricht von Tessas scheinbar eifersuchtsbedingter Ermordung Justin überbracht wird, erleben wir nicht nur eine Sternstunde der Schauspielkunst,

„Für diesen magischen Moment allein hätte der englische Schauspieler Ralph Fiennes den Oscar verdient.“ (epd film)

sondern eine weitere Evolution der Geschichte, die eine weit über eine Lovestory und das Elend Afrikas hinausgreifende Bedeutung gewinnt und der es an Spannung und Intelligenz ebensowenig mangelt, wie an Einsicht und Herz, denn der scheue Diplomat kennt nun kein Halten, bei dem Versuch die Hintergründe von Tessas Arbeit und ihrem Tod zu enträtseln

„Ich lehne es ab, ergründen zu wollen, warum ich spiele. Ich weiß nur, dass ich es tun muß.“ (Ralph Fiennes)

und stößt dabei auf menschlich wie politisch Ungeheuerliches, während er in der Zusammenschau bittersüsser Erinnerungen und neuer Entdeckungen seine Frau posthum neu kennen und lieben lernt.

 

„Fernando Meirelles‘ meisterhafte Adaption von John Le Carré ist Sozialstudie, Thriller und Lovestory zugleich, mit furiosen Schauspielerleistungen.“ (epd film)

„Es scheint nicht einmal zu hoch gegriffen, ‚der Ewige Gärtner‘ in die Tradition von Carol Reeds ‚Der dritte Mann‘ zu stellen.“ (filmdienst)

„Diese Spielereien werden allerdings nicht wahllos eingestreut, sondern sind äußerst intelligent und dezent in die Handlung eingebettet. Und diese ist allererste Sahne.“ (OUTNOW.ch)

„Nie ist hier ein idealisierender Filter im Spiel. Er bohrt tief, egal, ob es sich um sozioökonomische Phänomene oder um Beziehungen handelt.“ (epd film)

„Romantische Love-Story, fesselnder Thriller und aufwühlendes Politdrama finden wie selbstverständlich zueinander. Auf allen drei Feldern vermag ‚Der ewige Gärtner‘ zu überzeugen.“ (filmdienst)

MS
Info
The Constant Gardener GB / D 2005, 129 min
R Fernando Meirelles
B Jeffrey Caine, nach John Le Carré
K César Charlone
M Alberto Iglesias
D Ralph Fiennes (Justin Quayle), Rachel Weisz (Tessa Quayle), Bill Nighy (Sir Bernard Pellegrin), Pete Postlethwaite (Marcus Lorbeer), Anneke Kim Sarnau