Die Nibelungen: Siegfrieds Tod

Die Nibelungen: Siegfrieds Tod

Programmheft WS 1956/1957:

Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule in Wien und dem Maluntericht in Wien, München und Paris kann F. Lang 1918 mit dem Film in Berührung. Ein Jahr später übertrug ihm Pommer die Regie der Filmserie Die Spinnen. Aber erst Der müde Tod 1920 brachte den großen künstlerischen Erfolg. Es folgte Dr. Mabuse, der Spieler, eine ins Gigantische getriebene Synthese der ersten Nachkriegsjahre. Ihm Jahr 1923 begannen die Arbeiten zum ersten Teil des Nibelungen Films. O. Hunte und E. Kettelhut, Langs ständige Mitarbeiter seit dem müden Tod bauten die Dekorationen. Auch die Natur wurde im Atelier nachgebaut. ln F. Lang steckt ein Maler, und so versuchte er mitunter, berühmte Bilder für seine Atelier-Landschaften zu beleben. Der Zauberwald Siegfrieds mit  seinen grandiosen Ausmaßen entstand in Anlehnung an Arnold Böcklins „Nymphe auf dem Einhorn". Die Landschaften,die dem germanischen Walhall-Ideal entsprechen, wirken am gelungensten. Die Kamera in diesem Film ist unbeweglich. Jede Einstellung  ist in Licht und Schatten genau abgewogen. Der Mensch wird, wenn es die Komposition erfordert, entpersönlicht. Die Handlung fließt episch breit dahin. Das Ornamentole wirkt oft recht gesucht.

TN
Info
Deutschland 1924, 143 min
R Fritz Lang
B Fritz Lang, Thea von Harbou
K Karl Hoffmann
M Live-Musik: Stefan Neumeier (Piano)
D Paul Richter (Siegfried), Margarethe Schön (Kriemhild), Hanna Ralph (Brunhild), Hans Adalbert Schlettow (Hagen), Theodor Loos (Gunther)