Berlin - Die Sinfonie der Großstadt

Berlin - Die Sinfonie der Großstadt

Nach der Darmstadt-Premiere von "Berlin Babylon" zeigen wir euch noch einen Berlin-Film. Stöhn - noch einen? Ja, aber einen der besten - nach dem Berlin-Highlight 2000 nun der Höhepunkt der Goldenen Zwanziger.

Der Tagesablauf einer vibrierenden Metropole, das relative Nebeneinander von Ereignissen und alltäglichen Szenen geben das Thema vor für eine dramatische filmische Komposition, deren Montage-Prinzip "straffste Organisation des Zeitlichen nach streng musikalischen Prinzipien" (Ruttmann) bedeutet.

Die Gestalter der Sinfonie der Großstadt waren prominente Exponenten des deutschen Filmexpressionismus: Carl Mayer, der Autor von "Caligari", lieferte die Idee, Karl Freund, hier Produzent und Konzeptionist, hatte als Kameramann schon mit Murnau und Lang gearbeitet und der Regisseur war Walter Ruttmann (Der "Schöpfer des absoluten Films", so Luis Bunuel), der zuvor mit dynamischen, abstrakten Filmen erste komponierte Experimentalfilme drehte. Indem er gefundene, realistische Dokumentarszenen in rhythmische Komposition, akustisches Tempo und visuelle Beats übersetzt, liefert dieser bekannteste unter den frühen Experimentalfilmen die visuelle Grammatik des heutigen VideoClips.

Die Musikbegleitung besorgen diesmal Konrad und Owi mit elektronischen Mitteln.

"Kein Film hat mehr Einfluß gehabt, kein Film ist mehr imitiert worden." - John Grierson

"Berlin bleibt ein triumphales Moment zur Ehre einer bestimmten Wachstumsphase einer riesigen, in sich selbst ruhenden Stadt, aber auch zu Ehre von Ruttmanns fester Überzeugung, daß der Film in erster Linie eine visuelle Kunst ist." - Peter Cowie, Films & Filming

AR

CZ
Info
Deutschland 1927, 65 min
R Walter Ruttmann
B Karl Freund, Carl Mayer, Walter Ruttmann
K Robert Baberske, Karl Freund, Reimar Kuntze, László Schäffer
M Live-Musik: Owi und Konrad