The Claim

Claim - Das Reich und die Herrlichkeit

1867 ist der Goldrausch in der Sierra Nevada im Norden Californiens, der ab 1848 scharenweise Glücksuchende aus allen Teilen des neuen und vor allem des alten Kontinents in diese unwirtliche Bergregion gezogen hat, abgeebbt, haben sich auch nach unsäglichen Mühen und Entbehrungen viele Hoffnungen zerschlagen und nur ganz wenige erfüllt, leben die meisten in denselben Verhältnissen und Strukturen, denen sie zu entkommen wünschten, wo auch immer sie herkamen.

Als der Landvermesser und Streckenplaner Dalglish für den Bau der ersten transkontinentalen Eisenbahnlinie den besten Weg durch die Rocky Mountains sucht, entscheidet er damit auch über das Wohl und Wehe von Menschen und ganzen Ortschaften, nur das im Unterschied zu Heute, nicht an der Strecke zu liegen, als Katastrophe angesehen wurde. Er ist sich dessen wohl bewusst und betritt das kleine Goldgräberstädtchen "Thy Kingdom Come" mit der entsprechenden Vorsicht und Zurückhaltung. Es wird beherrscht, ja es gehört quasi, dem alternden Dillon, den das Gold tatsächlich reich gemacht hat, der mit seiner jungen Geliebten, die das lokale Bordell betreibt, in wilder Ehe zusammenlebt und in "seiner" Stadt alle Ämter und Gewalten ausübt, keine Waffen duldet und lieber jemanden öffentlich auspeitscht, als ihn der Lynchjustiz des Mobs zu überlassen. Gleichzeitig mit dem Eisenbahner treffen dort zwei Frauen ein; eine sterbenskranke Mutter und ihre mündig werdende Tochter, für die sie das Erbe sichern möchte; von einem Vater dessen Identität sie ihr nie verraten hat.

Der folgende Zusammenprall von alten Schuldgefühlen und neuen Leidenschaften wird trotz der eisklaren Bilder niemanden kalt lassen, denn die weitblickenden Aufnahmen verschneiter Berglandschaften wechseln mit beklemmend intensiven, kammerspielartigen Darstellungen lodernder Gefühle, die schliesslich die ganze Stadt in Brand setzen.

"Michael Winterbottoms visionäre Thomas-Hardy-Verfilmung." (epd Film)

"Ein Westerndrama aus europäischer Sicht..." (filmdienst)

"Der Brite Michael Winterbottom schmilzt Genre-Motive in existenzielle Dramen um ..." (epd Film)

"Es ist eine nahezu antike Tragödie um Schuld und Sühne, die Winterbottom hier als stimmungvolle Hommage an den Schnee- und Spätwestern der 70er-Jahre ... inszeniert hat." (filmdienst)

" ...verbindet die so unsentimentale wie ergreifende Story einiger Immigrantenschicksale die Intimität einer Familientragödie mit der Majestätik des Historienkinos," (Cinema)

" ..., stellt der Film auf vielschichtige Weise der Sicht des amerikanischen Pioniergeistes die Realität der multikulturellen Immigranten-Gesellschaft entgegen." (filmdienst)

"Schroffe Berglandschaften, entfesselte Gefühle: Michael Winterbottoms bildgewaltiges Western-Epos aus der Ära des Goldrausches ist FILMISCHES EDELMETTALL - angereichert mit einer Prise düsteren Realismus." (Cinema)

"Geschickt verbindet er Schauplätze mit Charakteren, baut durch eine vielperspektivische Montage und das dramaturgische Spiel zwischen Schärfe und Unschärfe einen faszinierenden visuellen Spannungsbogen auf." (filmdienst)

" ...dem Film seine innere Spannung geben und ihn über den Unterhaltungswert hinaus zu einem zeitlosen Kunstwerk machen." (filmdienst)

MS
Info
The Claim GB / CAN / F 2000, 121 min
R Michael Winterbottom
B Frank Cottrell Boyce nach dem Roman "The Mayor of Casterbridge" von Thomas Hardy
K Alwin H. Kuchler
M Michael Nyman
D Peter Mullan (Daniel Dillon), Milla Jovovich (Lucia), Wes Bentley (Dalglish), Nastassja Kinski (Elena Burn), Sarah Polley (Hope Burn), Shirley Henderson (Annie) , Julian Richings (Bellanger)