Der erste Schrei

Mittwoch, 12.01.1966 21:00  ! Köhlersaal
21:00
Der erste Schrei

Programmheft SoSe 1965:

Der Titel des Films meint den ersten Schrei eines Kindes, dessen Geburtstag den Film ausmacht. Das Aufstehen der noch jungen Eltern am Morgen, die Fahrt in die Klinik, das Warten der Mutter auf die Entbindung, während der Vater in Prag seinem Beruf als Fernsehmechaniker nachgeht. Das Sujet und die ersten Bilder lassen zunächst glauben, es sei ein reportageähnlicher Film, aber er geht darüber hinaus und unternimmt es, aus eingeblendeten Erinnerungen ein Porträt des Elternpaares zu entwerfen. Jires’ Film »Der Schrei« wirkt wie eine Meditation. Junge Menschen denken über das Problem nach, was werden wird, wenn ein Kind da ist. Die Handlungskomposition ist locker geknüpft. Es sind in sie verschiedene Intermezzi eingeflochten, in weIchen Themen behandelt werden, die die Einzeltitel »Kind«‚ »Alarm«‚ »Liebe« und »Rhythmen« tragen könnten. Sie sind zusammengesetzt aus Montagen von Dokumentaraufnahmen, die diese einzelnen Themen verbildlichen. Die Montage »das Kind« zum Beispiel zeigt uns Kinder verschiedener Altersstufen in den verschiedensten Situationen, die ihnen das Leben heiter oder düster gestalten. Wir sehen Kinder, die unbeschwert herumspringen oder am Lagerfeuer sitzen, aber auch von Jugendlichen ausgeführte Überfälle, die denen professioneller Verbrecher in nichts nachstehen.
Erwähnt sei noch, daß die Wirkung des Films nicht zuletzt auf der hervorragenden Kameraführung J. Kuceras beruht.
Ihm ist es als einem der ersten tschechischen Kameramänner gelungen, mit seinem Aufnahmestil zu internationaler Anerkennung zu gelangen.

Info
Krik
1964, 80 min
R Jaromil Jires
B Jaromil Jires, Ludvík Askenazy