I Heart Huckabees

Donnerstag, 01.06.2006 20:00 Audimax
I Heart Huckabees

Über diesen im wahrsten Sinne des Wortes verrückten Film zu schreiben ist nicht leicht. In ihm mischen sich so viele Ebenen und Geschichten, dass das beste Mittel zum Erklären das Anschauen selbst ist, möglichst mehrmaliges. Da das hoffentlich noch bevorsteht, selbst wenn Ihr zu denen gehört, die nach "Flirting with disaster" und vor allem "Three kings" fast automatisch ins Kino gerannt sind, um den nächsten Streich von David O. Russell zu bewundern, werde ich es trotzdem versuchen. Albert arbeitet bei der "Freiflächenkoalition", die gegen die Bebauung eines Biotops durch den Superstore Huckabees kämpft. Aufgrund einer schwierigen Phase, fehlender Antworten auf Sinn- und Lebensfragen engagiert er ein Duo skurriler "Existenzdetektive", die seinem Leben auf die Spur kommen sollen, während Brad, ehrgeiziger Marketingstreber bei Huckabees, für weitere Verzweiflung sorgt, indem er die Koalition infiltriert, charmant und rhetorisch gewandt Albert aus dessen führender Position vertreibt, den Bau durchboxt und sich gleichzeitig als Retter des Sumpfgebietes ausgibt. Von der Arbeit der Detektive enttäuscht und hineingezogen in ihre ideologischen Querelen mit deren erhoffter Nachfolgerin, kämpft sich Albert mit seinem "Weggefährten" Tommy tapfer durchs Chaos, während das Duo nach und nach sämtliche an Alberts Leben Beteiligten ins Visier nimmt, auch Brad und seine labile Freundin: mit erstaunlichen Folgen.

"Existentielle Komödie" (imdb)
 
"Ein halbes Dutzend Stars stolpert ins philosophische Chaos und rettet (vielleicht) ein Sumpfgebiet. Ergebnis: die abgedrehteste Hollywood-Großtat seit "Being John Malkovich"."(Cinema)

"Der Surrealismus lebt! Ein großer, wilder, bunter Kinoklumpen aus allem und nichts." (Cinema)

"Vielleicht sind es zu viele Fragen, in deren Dickicht mancher Zuschauer es aufgibt, sich zurecht zu finden. Aber es ist die entwaffnende Ehrlichkeit, mit der Russell, ..., sie stellt, die diesen verrückten Film einzigartig macht: "Wer dabei nicht lacht, hat nichts verstanden", sagt Russell." (filmdienst)

"Es geht nicht um Lösungen oder um den Triumph des Geistes, sondern um eine Perspektive für den allgegenwärtigen Sisyphos, dessen Streben und dessen Vergeblichkeit den Film wie ein einigender roter Faden durchziehen." (filmdienst)

"Keinen Augenblick lässt sich Russell darauf ein, eine Story im konventionellen Sinn zu erzählen." (filmdienst)

"Methaphysik und Screwball-Comedy verbinden sich zu einer Geschichte voller Absurditäten und Wahrheiten. Hinter der unkonventionellen Ästhetik einer scheinbar aus lauter Widersprüchen zusammengesetzten dialektischen Komödie lassen sich erstaunliche Offenheit und Ehrlichkeit entdecken." (filmdienst)

KE
Info
Deutsche Fassung
USA/D 2004, 106 min
R David O. Russell
B David O. Russell, Jeff Baena
K Peter Deming
M Jon Brion, L. v. Beethoven
D Jason Schwartzman (Albert), Dustin Hoffman (Bernard), Lily Tomlin (Vivian), Mark Wahlberg (Tommy), Jude Law (Brad), Isabelle Huppert, Naomi Watts