American Dreamz - Alles nur Show

Mittwoch, 06.12.2006 20:45  ! Programmkino Rex
American Dreamz - Alles nur Show

Für die neueste Ausgabe einer Castingshow wählt der zynische Moderator neben einer eiskalt ehrgeizigen Provinzschönheit und einem rappenden Rabbi auch den erst vor kurzem eingewanderten Iraqi Omer. Er wurde von den Bossen seiner Terrrorzelle zu seinen reichen Verwandten in die USA eher abgeschoben als entsandt, nachdem sie im Trainingscamp festellen mussten, dass Omer, trotz der Tatsache, dass seine Mutter von einer US-Bombe getötet wurde, immer noch am liebsten zu den von ihr geerbten Platten mit alten Hollywoodmusicals sang und tanzte.
Gleichzeitig leidet der gerade erst nach hartem Wahlkampf wiedergewählte Präsident (nein, er heißt Staton :-) an einer Motivationsschwäche, die ihn schließlich nicht nur dazu bringt, den ganzen Tag im Bett zu bleiben, sondern irgendwann sogar nach einer Zeitung verlangen lässt, was seine Mitarbeiter erstmal nicht nur in Erstaunen sondern auch Beschaffungsprobleme stürzt, hat es sowas bisher doch noch nie gegeben.
Als der ständig mit Einflüsterungen beschäftigte und nach Wochen präsidialer Lektüre und medialer Spekulationen über Zustand und Verbleib des Staatsoberhaupts zunehmend nervöse Vize ankündigt, daß Staton als Gastjuror beim Finale der Show auftreten würde, stellt er damit alles noch einmal auf den Kopf.

Paul Weitz macht hier vor nichts Halt und karikiert nicht nur Politiker und Showgrößen, sondern auch die Haltung des Publikums, das sich mit deren Blendwerk abspeisen läßt und den ganzen kulturellen Hintergrund auf dem der Show- wie der Politzirkus ihre absurden Blüten treiben, dass es einem die Tränen in die Augen treibt - vor Lachen. Denn er zündet dafür in seiner ebenso intellligenten wie unterhaltsamen Satire ein gut getimtes Feuerwerk treffender Gags mit bissigen Pointen und reichen Anspielungen, das von den gut aufgelegten Darstellern zudem so charmant rübergebracht wird, dass man vor Vergnügen leicht vergessen könnte, wie wenig sich die Realität vom Film unterscheidet.


"Der erfolgreichste amerikanische Exportschlager ist der Glaube, dass es jeder zu Ruhm und Reichtum bringen kann, sofern er es nur mit aller Kraft versucht." (filmdienst)

"Mit 'American Dreamz' setzt Regisseur Paul Weitz nun zum Großangriff an und entlarvt genüsslich-garstig den amerikanischen Traum von Glamour und Gloria." (Cinema)

"Ein kleines Komödienkunstwerk über die Kultur der Oberflächlichkeit, das mit ebenso zündenden wie frechen Gags aufwartet." (filmdienst)

"Alles ist bis zur Kenntlichkeit entstellt." (epd film)

"Eine Breitseite gegen politische Erfüllungsgehilfen, Celebrity-Wahn und Reality-TV, mit boshaftem Charme und einem verschärften Hugh Grant." (Cinema)

"Der Regisseur erschafft eine Welt absurder Komik." (epd film)

"Dass seine gnadenlose Satire in den USA erboste Verrisse erntete, spricht nur für die Treffsicherheit des Films." (Cinema)

"Hier zünden die Gags schneller als die Bomben." (epd film)

MS
Info
American Dreamz Deutsche Fassung
USA 2006, 107 min
R Paul Weitz
B Paul Weitz
K Robert Elswit
M Stephen Trask
D Hugh Grant (Martin Tweed), Dennis Quaid (Präsident Staton), Mandy Moore (Sally Kendoo), Marcia Gay Harden (First Lady), Willem Dafoe (Vizepräsident Su