Derrida

Mittwoch, 02.11.2005 20:45  ! Programmkino Rex
Derrida

Derrida ist der Philosoph mit dem wohl größten Eindruck auf die westliche Ideengeschichte der letzten Jahre und seine Bücher gaben so vielen Dingen, einen neuen Dreh in der Art wie und als was sie überhaupt wahrgenommen werden, daß ihr Einfluss kaum abzusehen ist.
Derrida ist aber auch Mensch, der damit umzugehen hat, alles voranstehende zu wissen und gerade dadurch den Implikationen der eigenen Schöpfungen unterworfen zu sein. Aus diesem Umstand des mit jeder Reflexion immer schon in den eigenen Gegenstand eingebunden Seins befreit sich der Film durch den Verzicht auf eine dezidierte Rekonstruktion von Derridas Gedankengebäude, von der er selbst im Film folgerichtig sagt, daß sie gar nicht zu leisten wäre.
Stattdessen gelingt es durch den Einbau von selbstbezüglichen Schleifen und den Schnitt, den Gegenstand in den Strukturen des Films zu manifestieren, so daß diese beredte Formgebung auf der inhaltlichen Ebene Raum für menschliche Anekdoten von spielerischer Leichtigkeit zuläßt.

MS
Info
Originalsprache mit Untertiteln
USA 2002, 84 min
R Kirby Dick, Amy Ziering Kofman
B Amy Ziering Kofman, Kirby Dick
K Kirsten Johnson
M Ryuchi Sakamoto
D Jacques Derrida