Beautiful Girls

Mittwoch, 30.07.2003 20:15  ! Programmkino Rex
Beautiful Girls

Zum 10-jährigen highschool Treffen kehrt Willie in die Provinzstadt zurück, die er damals Richtung NY verlassen hat, um die Karriere zu machen, die sich immer noch nicht eingestellt hat. Statt zum gefeierten Musiker hat es nur zum Barpianisten gereicht. Doch eigentlich geht es ihm gar nicht so schlecht: er hat eine charmante Freundin, die auf sein Geld nicht angewiesen ist und einen bescheidenen Business-job in Aussicht, von dem er nicht so recht weiss, ob er sich darauf einlassen soll. Die Freunde, die er wiedertrifft, sind auch stecken geblieben, selbst wenn sie gar nicht so hoch hinaus wollten. Verfangen in ihren einstigen Träumen und Erwartungen, bedeutungslosen Jobs und aussichtslosen Beziehungen, in denen sich ihre Freundinnen genauso wenig selbst wiederfinden mögen, sind sie allesamt vor Entscheidungen gestellt, deren Alternativen ihnen wie die Wahl zwischen Pest und Cholera erscheinen und doch geht es immer irgendwie weiter.

Auch sein Vater und Bruder haben sich nach dem Tod der Mutter in sich zurückgezogen und nehmen kaum Notiz von Willie. So scheint die 13-jährige Tochter der Nachbarn die einzige zu sein, die die resignative Gleichmütigkeit nicht verinnerlicht hat und noch mit Neugier und Zuversicht auf die Welt zu schauen vermag, was sie für Willie sofort sympathisch macht, ihm aber sein eigenes Dilemma umso deutlicher vor Augen führt. Es ist faszinierend, wie viel Humor und Selbstironie der Film in diesem unspektakulären und doch dramatischen, überschaubaren und doch spannenden Provinzleben zu entdecken versteht. Figuren und Dialoge sind so gelungen, Beobachtungen so treffend und Situationen so nachvollziehbar, dass beim Zuschauen immer wieder der Wunsch aufkommt, einem der Charaktere, denen man sich sofort verbunden fühlt (kein Wunder, bei der Wahnsinnsbesetzung), ein zustimmendes "Genau!" zuzurufen oder noch lieber in die Szene zu springen, um dabei sein zu können und welcher Film schafft das schon?

" ...wahre menschliche Geschichten des Alltags mit ihren großen und kleinen Abgründen, abseits von Special Effects und Splatter." filmdienst

"Demme macht daraus eine liebevoll-witzige, ironische, vorwiegend aber melancholisch grundierte Momentaufnahme eines Landes, das man so im Kino selten sieht." epd Film

"Ein unterhaltsamer und bewegender Film, der seine Spannung aus den ungemein sensibel beobachteten Begegnungen und Gesprächen der unterschiedlichen Personen bezieht, die zudem von einem herausragenden Darstellerensemble verkörpert werden." epd Film

MS
Info
Deutsche Fassung
USA 1996, 110 min
R Ted Demme
B Scott Rosenberg
K Adam Kimmel
M David A. Stewart
D Timothy Hutton (Willie Conway), Matt Dillon (Tommy Rowland), Mira Sorvino (Sharon Cassidy), Uma Thurman (Andrea), Natalie Portman (Marty), Michael Rapaport (Paul Kirkwood), Lauren Holly (Darian Smalls), Annabeth Gish (Tracy Stover)