Science Fiction – philosophisch gesehen

Ein Seminar im Sommersemester 2011 von Dr. Andreas Gelhard und Dilek Yegenoglu, in Kooperation mit dem Studentischen Filmkreis an der TU Darmstadt e.V. und dem Programmkino Rex.

Zu den Grundproblemen der Philosophie, die sie schon sehr lange begleiten, die aber erst im Laufe des 20. Jahrhunderts intensivere Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, gehören die Möglichkeiten der Technik und die Begegnung mit dem Fremden. Merkwürdigerweise hat sich dabei über weite Strecken eine Art Arbeitsteilung ausgebildet, die dazu führte, dass immer nur eines der beiden Themen eingehender untersucht wurde. Wie eng beide Problembereiche zusammenhängen, zeigt sich indessen in den Produktionen eines literarischen und filmischen Genres, das zu den genuinen Schöpfungen des 20. Jahrhunderts gehört: der Science Fiction.

Das Seminar erschließt die philosophischen Dimensionen der Science Fiction im Ausgang von Texten, die die Erfahrung des Fremden als philosophisches Problem reflektieren. Ausgangspunkt ist Claude Lévi-Strauss’ berühmter Bericht über seine Forschungsreisen durch Südamerika, in dem er über die Entdeckung der „Neuen Welt“ durch Kolumbus schreibt: „Niemals zuvor hatte die Menschheit eine so erschütternde Erfahrung gemacht und niemals mehr wird sie eine ähnliche durchleben, es sei denn, daß eines Tages ein anderer Globus auftaucht, Millionen von Kilometern von unserem entfernt und ebenfalls von denkenden Wesen bewohnt.“ Dieser Globus ist in der Science Fiction seither unzählige Male aufgetaucht und hat die unterschiedlichsten Erzählungen von der Begegnung mit dem Fremden hervorgebracht. Das Seminar geht einigen dieser Erzählungen nach und untersucht sie vor allem im Hinblick auf die Rolle der Technik für die Konfrontation mit dem „ganz Anderen“. Dr. Andreas Gelhard

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