In The Mood For Love

Donnerstag, 7.2.2002 20:00 Audimax
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Was soll man zu diesem in Cannes mit gleich zwei Preisen bedachten Edelstein noch sagen, was nicht schon irgendwo geschrieben wurde?

Vielleicht, daß die Handlung ursprünglich nur eine Geschichte eines dreiteiligen Episodenfilms sein sollte, sich während der Dreharbeiten aber verselbständigte und alle Beteiligten so mitriß, daß die anderen beiden schließlich fallengelassen wurden. Das äußert sich in einer herrlichen Harmonie und Stimmigkeit des Ergebnisses, das einen Film aus einem Guss darstellt, der auf wunderbar zurückhaltend inszenierte Art die Geschichte dieser so intensiven und doch zarten Liebe schildert, zwischen einer Sekretärin und einem Redakteur, die vor der schäbigen Kulisse Hong Kongs des Jahres 1962 in benachbarte Apartments eines klaustrophobischen Mietshauses ziehen und schon bald herausfinden, daß ihre Ehepartner eine Affäre verbindet. Inmitten dieser Tristesse, argwöhnisch beäugt von den allgegenwärtigen Nachbarn, entdecken die beiden in Szenen von magischer Feinfühligkeit und Poesie ihre Gefühle füreinander.

Überwältigt von den Bildern und verzaubert vom Soundtrack schwebt man am Ende selig aus dem Kino und freut sich, daß es noch so schöne Filme gibt.

"Wong Kar-wai hat einen zeitlosen Film über die Liebe und verlorengegangene Werte gedreht." (epd Film)

"Alle paar Jahre gibt einen Film, der mit sämtlichen Zumutungen des Kinos versöhnt." (FAZ)

"Mit ´In the mood for love´ hat Wong Kar-wais lyrisches Genie jetzt seine Form gefunden." (FAZ)

"Dieser Film ist für das Melodrama, was Polanskis ´Chinatown´ für den Krimi und Kubricks ´Barry Lyndon´ für das Kostümkino sind: das Maß, an dem alles Kommende gemessen werden wird." (FAZ)

"Truffaut, wenn er noch lebte, hätte Wongs Film geliebt." (FAZ)

MS