Muttertag - Die härtere Komödie

Donnerstag, 20.11.2003 20:00 Audimax
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Nach dem Erfolg des letzten Semester („Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit“) zeigen wir euch ein weiteres Highlight des österreichischen Kabarett-Films.

Vorbereitungen zu einem ganz normalen Muttertag bei den Neugebauers in der wohl hässlichsten Wohnung des Wiener Gemeindebaus: Keiner hat die rechte Lust dazu, und so wird aus dem geplanten beschaulichen Familienfest ein Blick in die abgründigen Tiefen und best gehüteten Geheimnisse der Neugebauerschen Familienmitglieder. Nach nur 48 Stunden hat man von Vatis Seitensprung und Muttis Hang zu Kleptomanie erfahren, man lernt Bubis perverse Hobbies kennen und Opa Neugebauer spendet das gesamte Familiensparbuch an den WWF, um der drohenden Abschiebung ins Heim zu entgehen. Das apokalyptische Finale lässt sich kaum vermeiden und auch nicht das Happy End – wenn da nicht Evelyn und das Meerschweinchen wären...

So bizarr wie der Film ist auch seine Entstehung. „Muttertag“ basiert auf einem Kabaretterfolg der Gruppe Schlabarett. Düringer und Dorfer, zwei Drehbuch-Neulinge, reichen das Projekt bei der Österreichischen Filmförderung ein, erhalten ein bescheidenes Budget und wählen mit Sicheritz („Kaisermühlenblues“, „Hinterholz 8“) einen Spielfilmdebütanten zum Regisseur. Wie schon in der Bühnenfassung verkörpern wenige Schauspieler den Großteil der Rollen (die 5 Schlabarettisten sind insgesamt in 24 verschiedenen Rollen zu sehen) und packt in ein paar Nebenrollen so gut wie alle Stars der österreichischen Kabarettszene. Die Filmkritiker sind verstimmt, das Publikum ist begeistert. Zusammen mit „Indien“ bringt „Muttertag“ eine inzwischen typisch gewordene Stilrichtung des österreichischen kabarettistischen Films ins Rollen.

JA

CZ