Melancholia

Donnerstag, 20.12.2012 20:00 Audimax
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Lars von Trier ist ein Phänomen: obwohl der Regisseur von Filmen wie "Dogville", "Breaking the Waves", "Dancer in the Dark" einer der radikalsten, eigenwilligsten Filmkünstler ist und ohne Rücksicht auf Kompromisse seine eigenen Visionen umsetzt, schafft er es immer wieder, ein großes Publikum für nicht ganz einfach zu konsumierende Filme zu gewinnen. Denn so unterschiedlich seine Filme auch sein mögen, so gibt es doch einige Dinge, die man mit seinem Werk verbindet: für jeden Film eine ganz eigene, neue Bildsprache, herausragende Darstellerleistungen vor allem von Schauspielerinnen, denen er oft die Rolle ihres Lebens auf den Leib schreibt, originelle, verstörend faszinierende Geschichten, die tief in die Psyche der Protagonisten führen - und bei aller Schwere doch auch immer Unterhaltung und nicht selten ein ganz eigener skurriler Humor. "Melancholia", der ausgehend von einem Planeten, der sich der Erde nähert und deren Existenz bedroht, den Zustand der Depression beschreibt, bietet in wieder einmal radikal neuer Form doch auch wieder all das, was an Lars von Triers Filmen so fasziniert: Eine unglaublich bildgewaltige, surreale Zeitlupen-Ouvertüre, gefolgt von einem herrlich komischen Manöver einer gigantischen Limousine auf Waldwegen, einem Familienfest, bei dem in bester "Das Fest"-Tradition die Charaktere aufeinander prallen und die Hoffnungslosigkeit des Daseins illustriert wird, sowie im weiteren Verlauf des virtuosen Epos schauspielerische Glanzleistungen von Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg als höchst unterschiedliche Schwestern. Ausgezeichnet u. a. mit drei Europäischen Filmpreisen inklusive bester Film und der Silbernen Palme in Cannes.

LM