Pläsier

Mittwoch, 14.1.1959 18:45  ! Köhlersaal
18:45 Pläsier

Programmheft WS 1958/1959:

Wenn sich auch der Welterfolg des thematisch ähnlichen Reigen selbst in abgewandelter Form mit Pläsier nicht wiederholen ließ, erweist sich auch hier Ophüls als ein Meister charmanter Delikatesse und filmischer Komposition. Ausgezeichnet getroffen sind Milieu und Atmosphäre der drei Novellen von Maupassant: „Die Maske”, „Das Haus Tellier” und „Das Modell”. Ophüls selbst sagte zu seinem Werk:

„lch hoffe es ist mir gelungen, einen sittlichen Film herzustellen.
Die ‚Maske‘ zeigt die Abgründe auf, wenn sich ,la plaisir’ zur Begierde und Besessenheit verzerrt.
In ‚La Maison Tellier' hat Maupassant eine melancholische Sehnsucht gestaltet, die über dem Leben derer vibriert, die sich dem ‚plaisir‘ verschrieben haben und zurückfinden wollen zur Reinheit. Er hat dies Bild mit viel Verzeihen und großherzigem Verstehen gemalt und hat den Konflikt dieser Menschen vor den Richter getragen, vor dem alle gleich sind — vor Gott.
Das ‚Modell‘ beschreibt die Tragödie derer, die ‚le plaisir‘ — besonders wenn sie jung sind — verflacht und die leichtfertig mit dem Herzen spielen, die dann dafür bezahlen und vielleicht hinfinden, zur großen, uneigennützigen Liebe.
Die drei Variationen sind von Maupassant in seiner ihm ursprünglichen, zynischen, unsentimentalen‚ manchmal bäurich derben, manchmal pariserisch mondänen, sehr oft sprunghaften zusammenhanglosen Art geschrieben — aber immer echt.
In Verehrung vor seinem großen Talent und seinem Dichtertum hat der Film sich dicht an seine Schreibweise gehalten und durch die Stimme Maupassants (in der deutschen Fassung von Adolf Wohlbrück gesprochen), die ihn begleitet, seinen originalen Wert beibehalten.”