Schtonk!

Donnerstag, 13.1.1994 20:00 Audimax
20:00 Schtonk!

Die von Helmut Dietl meisterhaft inszenierte Persiflage auf die 1983 von Konrad Kujau gefälschten Hitlertagebücher, die Kujau für über 9 Millionen DM an den Stern verkauft hatte. Für Dietl war es der erste große Kinofilm.

Heute ist er ein Klassiker des deutschen Arthaus-Kinos, der 1992 den Deutschen Filmpreis und den Gilde-Filmpreis gewann. In den Hauptrollen Uwe Ochsenknecht als der Fälscher Fritz Knobel und Götz George als, in Anlehnung an den Journalisten Gerd Heidemann, Skandalreporter Hermann Willié.

<<< Das ist ja von so einer schonungslosen Wahrhaftigkeit, eine echte Weltsensation! >>>

NT


Programmheft WS 1993/1994:

Der Skandal um die Hitler-Tagebücher, die ein pfiffiger Kunstfälscher fälscht, ein windiger Sensationsreporter teuer verkauft und eine auflagenstarke Hamburger Illustrierte veröffentlicht, schrie geradezu nach Satire.

Daß Helmut Dietl, Schöpfer von „Monaco Franze“ und „Kir Royal“, den Stoff unter seine Fittiche nahm, ist ein Glücksfall. Er verzichtete auf Kalauer und Häme. Stattdessen drehte er eine wirklich bissige Komödie über Scheckbuch-Journalismus und brauen Mief, über Alt-Nazis und Geschäftemacher.

„Schtonk! ist ein Film der Superlative. Er hat 15 Millionen DM gekostet. Er ist in Cinemascope gedreht, einem Format jenseits aller Fernsehästhetik, das nur im Kino wirkt. Er ist bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt. Für ihn wurde ein Werberummel sondergleichen entfaltet. Doch es hat im letzten Jahrzehnt kaum einen anderen deutschen Film gegeben, der diesen Aufwand so sehr gerechtfertigt hätte.“ (epdfilm)

„Es geht um die Art und Weise, wie die Deutschen nach dem Krieg mit dem Mythos Hitler umgegangen sind, wie damit Geschäfte gemacht wurden und immer noch werden. Der Film ist ein Portrait Deutschlands. Für mich ist dieser Stoff die deutsche Komödie der Nachkriegszeit. Viele Leute haben vielleicht die Vorstellung, daß ich hier Wirklichkeit abbilde. Das habe ich nie getan. Ich habe Zustände geschildert, ich habe etwas über unsere Gesellschaft gesagt. Ich habe im weitesten Sinne politische Märchen erzählt auch mit der Sehnsucht nach einer besseren Welt.“ (Regisseur Helmut Dietl)

NT