Angie und Pat leben seit 30 Jahren als lesbisches Paar in Pats Eigentumswohnung in Hongkong. Als Pat plötzlich verstirbt, steht Angie ohne rechtliche Absicherung vor dem Verlust ihres Zuhauses. Zunächst zeigt sich Pats Familie mitfühlend, doch bald entstehen Spannungen um Beerdigung, Erbe und Wohnrecht.
Regisseur Ray Yeung erzählt mit leiser Intensität von Trauer, der unsichtbaren Realität älterer queerer Menschen und dem Wert von Wahlfamilie. Sensibel gefilmt, stark gespielt und gesellschaftlich hochrelevant, gewann das stille Drama 2024 den Teddy Award der Berlinale für queere Filme.
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Hintergrund:
Das Konzept der gleichgeschlechtlichen Ehe existiert in Hongkong nicht. Eheschließungen im Ausland können jedoch anerkannt werden. Unverheiratete Paare genießen keinen rechtlichen Schutz.
Während das Zusammenleben von homosexuellen Männern verpönt ist, werden im familiären Umfeld für lesbische Frauen "Beschönigungen" gesucht. Die Verwandte hätte bspw. nie den richtigen Mann zum Heiraten gefunden und wohne deshalb mit einer guten Freundin zusammen.
Ohne testamentarische Verfügungen sind hinterbliebene Partnerinnen dem Wohlwollen der familiären Angehörigen ausgeliefert. Auf die Frage, warum betroffene Frauen keine schriftliche Vereinbarung verfassten, erhielt Regisseur Ray Yeung bei seinen Vorabinterviews oft die Antwort: All Shall Be Well.




