Wie erkenne ich den Anfang von etwas, von dem ich noch nicht weiß, was es einmal sein wird? Wann beginnt Alltägliches beängstigende Züge anzunehmen? Der Rorschach-Test ist in diesem Film nicht zufällig ein wiederkehrendes Motiv: der zunehmend verzweifelte Versuch, Muster und Sinn zu erkennen, wo sie sich immer mehr verflüchtigen. Zwischen wimmelnden Strichzeichnungen und sich ausdehnenden granularen Massen wird der Film immer wieder heimgesucht von Gesichtern, die sich permanent verformen und vervielfachen – vom anonymen Social-Media-Grinsen über kubistisch verzerrte Guernica-Wiedergänger bis hin zum maskenhaften Starren eines russischen Diktators. Da war doch mal diese „unaufhaltsame Glücksmaschine“, also kein Grund zur Panik: „I’m okay. I’m okay. Totally fine.“ Doch während die Zeit implodiert und sich in einer fiktiven Vergangenheit einrichtet, holen die Bilder des Krieges die Gegenwart ein. Am Ende lässt der Film eine Gruppe plumper Uniformierter wehr- und orientierungslos im luftleeren Raum taumeln, unterwirft sie, wenn auch nur für Momente, seinen eigenen Regeln.
Mit DULL SPOTS OF GREENISH COLOURS gelingt Sasha Svirsky ein visuell und erzählerisch eigenwilliges politisches Tagebuch, ein Film gegen die Betäubung und Hoffnungslosigkeit.




