Reihenarchiv

The moment we choose to love we begin to move against domination, against oppression. The moment we choose to love we begin to move towards freedom, to act in ways that liberate ourselves and others. That action is the testimony of love as the practice of freedom.
— bell hooks, Outlaw Culture: Resisting Representations (1994)

Die Liebe ist immer ein Risiko, eine Gefahr soll sie aber nie werden. Vielen wird aber leider immer wieder gezeigt, dass sie nicht sicher sind, wenn sie lieben, vor allem der queeren Community. Wenn die Liebe unterdrückt wird, dann muss man diese nicht nur für sich selbst ausüben - sie wird zu einer Art Widerstand.

In Solidarität nach Ereignissen, die diese Meinung zum Ausdruck bringen, wollen wir die Vielfalt der Liebe feiern und zwar mit vier Filmen in der Reihe Liebe als Widerstand:

Sogar wenn die Freiheit doch greifbar ist, muss man sich entscheiden, was man mit ihr macht. So auch Colin in Pillion, nachdem er schon erfolgreich eine Beziehung eingeht. Sein Partner, der soziale und charismatische Ray, bietet ihm eine Beziehung an. Die kann Colin natürlich nicht ablehnen, oder? Diese ist, obwohl extrem, für viele der Traum. Die wichtige Frage ist, ob sie auch Colins Traum ist.

Auch für die, die gegen die Freiheit der Liebe kämpfen, kommt diese verlockend vor. So kann in Plainclothes der undercover Polizist, Lucas, seinem künftigen Opfer Andrew, einem Mann, den er für seine Sexualität festnehmen soll, nicht widerstehen. Fällt ihm aber der Widerstand gegen seine eigenen Gefühle schwerer, als einer gegen das System, für das er arbeitet und in dem er lebt?

Im Vordergrund von A Useful Ghost stehen verschiedene Beziehungen, vor allem aber die zwischen Nat, einer verstorbenen Frau, und March, ihrem noch lebenden Mann. Auch eine Ehe, die ansonsten genehmigt wird, wird allerdings von der Familie von March kritisiert und kontrolliert. Sie dürfen einander nur dann weiter treffen, wenn Nat eine Rolle in der sozialen Hierarchie einnimmt und noch gefährlichere, aberrante Elemente unterdrückt. Die eigene, unerlaubte Liebe und existenz zu verteidigen indem man sich dem System anschließt, das gegen diese kämpft, erweist sich für Nat und, wie der Film warnt, für alle, unmöglich.

In Porträt einer jungen Frau in Flammen entwickelt sich insgeheim zwischen Marianne und Héloïse eine Beziehung, die ihnen auf keinen Fall erlaubt ist. Die Malerin kann dem sozialen Stand einer Erbin wie Héloïse nicht nahekommen und Héloïse muss einen Mann heiraten, darf sich aber keinen selbst aussuchen. Ihre Verbindung entsteht in einem Zustand der Verzweiflung, einem Moment, vor dem beide Angst haben und den beide verlängern wollen bis in die Ewigkeit. Auch kurzfristig ist ihre Freiheit ein anscheinend unmöglicher Sieg in einer Welt, die ihr echtes Selbst nicht akzeptiert.